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Historischer Überblick über den Rechnereinsatz in Schulverwaltungen

Bei der Umsetzung von Verwaltungsarbeiten auf Computer spielten in Rheinland-Pfalz lange Zeit Gymnasien eine Vorreiterrolle, insbesondere durch die Struktur der reformierten Oberstufe, die einen vergleichsweise hohen Verwaltungsaufwand mit sich brachte. Während zu Beginn der Versuche rechnergestützter Verwaltung in den 70er Jahren in den Schulen keine Rechner zur Verfügung standen und Rechenjobs auf Großrechnern in Rechenzentren bearbeitet wurden, erfolgte mit dem Aufkommen der Mikrocomputer eine Wende zur schulinternen Bearbeitung hin. Allerdings gab es auch zu dieser Zeit keine dedizierten Verwaltungscomputer; vielmehr wurden die Informatik-Rechner im Batch-Betrieb mitbenutzt. Zu Beginn der 80er Jahre erhielt die Arbeitsgruppe RATIONALISIERUNG DER SCHULVERWALTUNG UND DER STATISTIKDATEI SCHULEN ,,den Auftrag, ein für alle Gymnasien verwendbares Programmsystem zu erarbeiten, das die schulinterne Verwaltung von Schülerdaten ermöglichen und zugleich den statistischen Anforderungen der Schulaufsicht und des STATISTISCHEN LANDESAMTES (StaLa) gerecht werden sollte. Das Programm sollte aber auch so gestaltet werden, daß es von den Schulsekretärinnen problemlos angewandt werden konnte.``28

Schon bald stellte man fest, dass ,,[u]nabdingbare Voraussetzung [...] ein eigens für die Verwaltungszwecke beschafftes und ständig verfügbares Computersystem im Schulsekretariat``29 ist. Folglich ,,mußte ... von einem autonomen, im Büro stets verfügbaren und ausschließlich für Verwaltungsarbeiten eingesetzten Rechner ausgegangen werden, der die Dialogverarbeitung und den Aufbau eines Informationssystems ermöglicht. Der separate Verwaltungsrechner gewährleistet auch, daß Maßnahmen zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen leichter zu verwirklichen sind.``30 Diesen Forderungen wurde durch die Verbreitung der PC's Vortrieb geleistet.

Die rasante Entwicklung im PC-Bereich führte allerdings auch dazu, dass innerhalb des Projektes INTERNES SCHUL-INFORMATIONS-SYSTEM (ISIS) mehrfach das zu Grunde liegende Datenbank-System sowie die Hardware-Ebene ausgetauscht werden musste. Im Jahre 1991 ließ sich die Projektgruppe dann zu der Aussage:

,,Es sind schwerlich Softwaremaßnahmen denkbar, die eine wesentliche Verbesserung an irgendeiner Stelle erbringen könnten oder Leistungserweiterungen zuließen``31,
hinreißen. Das geschaffene System ist bis heute in vielen Schulen im Einsatz (siehe auch Abschnitt 2.7.3 und 2.8), wird aber nach und nach überall abgelöst. ,,Aufgaben, die aus heutiger Sicht [1978] mit Kleincomputern noch lange Zeit nicht angreifbar sein werden, wie etwa die Stundenplanerstellung``32 wurden überraschend wenige Jahre später erfolgreich von eben solchen Kleincomputern in akzeptabler Zeit gelöst.

Prinzipiell stand man von jeher einer Vernetzung der Verwaltungscomputer offen gegenüber. 1991 wird im Abschlussbericht des Projektes SCHULVERWALTUNG AUF MIKROCOMPUTERN (SaM) geweissagt, dass ,,[d]em Betrieb eines schulinternen Verwaltungsnetzes [...] zukünftig mehr und mehr Bedeutung zukommen [wird], sobald an mehreren räumlich getrennten Stellen des Verwaltungsbereichs PC's zur Verfügung stehen und die gleiche Datenbasis nutzen. Auch in dieser Hinsicht wird ISIS allen Ansprüchen gerecht.``33 Die ZENTRALSTELLE FÜR COMPUTER IM UNTERRICHT (Bayern) schlägt 1992 in der Rubrik ,,Zu Ausstattungsfragen für die Schulverwaltungsprogramme ...: weitere Arbeitsplätze für Schulleitung, Medienwart, ... ggf. vernetzt (bei großen Schulen oder vielen Arbeitsplätzen)``34 vor.


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Daniel Jonietz