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Ist-Zustand

Die Realität sieht aber heute noch in den meisten Schulen anders aus. Obwohl inzwischen fast überall mehrere Computer in der Verwaltung eingesetzt werden, verfügt nur knapp die Hälfte der Schulen über eine Server-basierte Vernetzung (vgl. Abschnitt 2.7.3). SARNOW konstatiert:
,,Weder Vernetzung der Verwaltung noch Datenbankmodelle, noch Grundsätze über Systemsicherheit oder vernetzte Betriebssysteme haben demnach in der Vorstellungswelt der Schulverwaltung in der heutigen Realität die Bedeutung, die ihnen aus der Sicht erfahrener Systembetreuer zukommen müßte. Und während sich Initiativen wie Schulen ans Netz erfolgreich um die Einführung des 21. Jahrhunderts in den Unterricht bemühen, sind die Mitarbeiter der Schulverwaltungen in den Schulen gezwungen, sich mit der Begrifflichkeit des 19. Jahrhunderts ... zu beschäftigen. Computer in der Schulverwaltung, das ist zum großen Teil noch die elektrische Schreibmaschine mit RAM-Speicher, ergänzt durch ein Stundenplanprogramm hier und ein Vertretungsplanprogramm dort, ohne jede Kommunikation untereinander, angeschafft in Eigeninitiative der betroffenen Lehrer, die sich auch mehr oder weniger autodidaktisch eingearbeitet haben.``35
Die Befragung der Schulleitungen soll mitunter klären, ob sich dieses von SARNOW gezeichnete Bild in Rheinland-Pfalz halten lässt.

Prinzipiell gibt es zwei Nutzungsarten des Internet-Anschlusses in Schulen, wobei die hier gemachten Aussagen für die gesamte Schule gelten.36 In der folgenden Aufstellung verstehe ich unter ,,Bereitstellung von Informationen`` den eigenen Betrieb eines ständig verfügbaren, dauerhaft an das Internet angeschlossenen Servers, der Dienste wie WWW, News o.Ä. nach außen anbietet.37 Informationsbezug ist das Anfordern von WWW-Seiten, Abrufen von eMails, Laden von Dateien per FTP. Damit lässt sich die Nutzungsart wie folgt klassifizieren:

  1. Ausschließliche Nutzung des Internet zum Informationsbezug
  2. Bezug von Informationen und Bereitstellung von Informationen
Die allermeisten Schulen in Rheinland-Pfalz nutzen das Internet lediglich im Sinne der ersten Variante, nämlich zum ausschließlichen Bezug von Informationen. Die Schulen, die selbst dauerhaft erreichbare Dienste auf ihren Servern betreiben, stellen Ausnahmen dar. Erwähnenswert erscheint mir das BIZ WORMS38. Zwar speisen viele Schulen Informationen in das Internet ein, hauptsächlich WWW-Seiten. Dazu werden aber keine eigenen WWW-Server betrieben, sondern die für Schulen häufig kostenlosen Angebote verschiedener Internet-Service-Provider (ISP) (T-ONLINE, WIN-SHUTTLE, ...) genutzt. Insofern reicht es aus nur die erste Variante zu berücksichtigen und die Schulen, die Informationen auch bereitstellen, als Sonderfälle zu betrachten.

  
Abbildung 4: Informationsbereitstellung ohne eigenen WWW-Server
\begin{figure}
\center\epsfig {file=http_schule.eps, clip=}\end{figure}

Ebenso betreiben kaum Schulen einen eigenen, extern erreichbaren Mailserver. Sofern Mailserver betrieben werden, sind diese i.d.R. ausschließlich für den internen Mailverkehr zuständig. Zur Übergabe der externen eMails werden entweder Mailserver der verschiedenen ISP per POP/SMTP kontaktiert, oder aber die eMails werden in einem per UUCP39 ausgetauscht.

Das für eMail Gesagte gilt ebenso für News, wobei der unterrichtliche Einsatz von News im Vergleich zu eMails als wesentlich geringer einzuschätzen ist. Alle anderen Dienste (FTP, IRC, ...) werden ebenfalls entweder gar nicht oder aber lediglich in ,,Nutz``-Richtung verwendet.

Insofern lässt sich zusammenfassend feststellen, dass Schulen zum heutigen Zeitpunkt Internetdienste eigentlich ausschließlich konsumieren. Auf den eigenen Rechnern werden keine externen Dienste angeboten. Ausnahmen wie das BIZ WORMS sind bei der Vielzahl an Schulen zu vernachlässigen und bedürfen gegebenenfalls einer gesonderten Betrachtung.


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Daniel Jonietz