,,Um den Schülern den Zugang zum Internet ... zu ermöglichen, müssen Zugangsberechtigungen erteilt werden. Dies kann nicht durch Lehrer oder das Sekretariat geleistet werden.``85Im Folgenden soll aufgezeigt werden, dass es in einem gekoppelten System überhaupt nicht erforderlich ist, manuell Berechtigungen zu erteilen, dies kann vielmehr ,,von selbst`` geschehen.
Schüler und Lehrer brauchen Accounts, nicht nur um Zugang zum Internet zu erhalten, sondern vor allem um sich dem System gegenüber zu authentifizieren. Die Benutzerverwaltung wird i.d.R. vom Administrator des pädagogischen Rechnernetzes durchgeführt. Angesichts des häufig sehr hohen Aufwandes86 wird sie aber tatsächlich meist nicht durchgeführt. In jeder Schulverwaltung wird aber schon eine ordentliche ,,Benutzer``-Datenbank geführt, sodass sich die berechtigte Frage stellt, warum diese beiden Datenbanken nicht gekoppelt werden. Es ist absolut evident, dass die Übernahme der notwendigen Daten aus der Datenbank der Schulverwaltung auf den Server des pädagogischen Rechnernetzes konkret Arbeit erspart. Von den in der Verwaltung geführten Personendaten ist nur eine kleine, begründete Teilmenge für die Benutzerverwaltung eines pädagogischen Rechnernetzes notwendig. In der folgenden Aufstellung der zu erhebenden Daten sind die aus Sicht der Account-Verwaltung im pädagogischen Netz wesentlichen durch Unterstreichung hervorgehoben:
,,Bei der Aufnahme [eines Schülers an die Schule] sollen folgende Daten des Schülers erhoben werden:
Darüber hinaus werden Familienname, Vorname, Anschrift und Telefonverbindung der Eltern und der Erziehungs- und Pflegebeauftragten ... erhoben, ferner die Daten, die zur Herstellung des Kontaktes in Notfällen erforderlich sind.``88Neben diesen Personendaten sind noch die Klassen- und AG-Zugehörigkeit wichtig. Die Verarbeitung der Schülerdaten wird durch die Schulordnung [SchulO] geregelt:
,,Die bei der Aufnahme erhobenen Daten sowie die sich im Rahmen des Schulverhältnisses ergebenden personenbezogenen Daten dürfen für die Verwaltungsaufgaben der Schule, insbesondere für die Erstellung von Zeugnissen und für die schulische Korrespondenz, im automatisierten Verfahren verarbeitet werden. Dies gilt nicht für personenbezogene Daten über besondere außerunterrichtliche, insbesondere schulärztliche und schulpsychologische Maßnahmen ... sowie über Ordnungsmaßnahmen.``89
Folgendes exemplarisches Szenario soll die Vorteile illustrativ veranschaulichen, besondere Betonung muss auf der Feststellung liegen, dass der Administrator an der Einrichtung der Schüleraccounts nicht beteiligt ist:
Aufnahme eines Schülers an die Schule:
Im Sekretariat werden die Daten aufgenommen und in das Schulverwaltungssystem eingegeben. Automatisch90 werden die notwendigen Daten (s.o.) extrahiert und an den Server des pädagogischen Rechnernetzes übermittelt; dort wird ohne weiteres Zutun ein zur Nutzung der Rechner berechtigender Account eingerichtet, der Schüler den entsprechenden Gruppen (Klasse, Fächer, AGs, ...) hinzugefügt und die eMail-Adresse angelegt. Es entsteht kein Aufwand.
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Andere Vorgänge werden hier nur knapp aufgelistet, sie sind alle vollständig automatisierbar:
Ganz analog lässt sich für Lehrer verfahren. Jeder Lehrer erhält dann Zugriff auf die Daten der Klassen und Fächer, die er auch unterrichtet. Solch dynamische Rechtevergabe ist manuell nicht durchführbar.
Die Abbildung 8 stellt herkömmliches und automatisiertes Verfahren nebeneinander. Im automatisierten Verfahren, das auf der Kopplung von administrativem und pädagogischem Rechnernetz beruht, wird nicht nur manuelle Arbeit erspart, sondern vielmehr auch die Gefahr von Inkonsistenzen zwischen Schulverwaltung und Benutzerverwaltung gebannt. Der Administrator muss sich nicht länger mit der Einrichtung und Betreuung von Schüleraccounts beschäftigen.
Es soll noch betont werden, dass dazu kein direkter Zugriff aus dem pädagogischen Netz auf die Datenbank des administrativen Netzes notwendig ist. Die Daten können extrahiert und vollkommen unabhängig aus dem administrativen in das pädagogische Netz übermittelt werden. Es handelt sich praktisch um eine Daten-Einbahnstrasse.