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Einleitung

In Schulen werden Rechner nicht ausschließlich unterrichtlich, sondern in zunehmendem Maße auch zu Zwecken der Schulverwaltung eingesetzt. Mangels geeigneter Konzepte handelt es sich dabei heute meist um zwei vollständig voneinander entkoppelte Bereiche: einerseits um ein pädagogisches Unterrichtsnetz3, andererseits um ein reines Verwaltungsnetz.

Diese Aufteilung erscheint auf den ersten Blick auch richtig und sinnvoll zu sein. Betrachtet man allerdings die Situation in diesen beiden Netzen und die aktuellen peripheren Entwicklungen genauer, stellt sich rasch heraus, dass die vollständige Trennung der Netze kaum die endgültige, ideale Lösung sein kann.

Spätestens seit der INITIATIVE SCHULEN ANS NETZ (SaN) sind die meisten unterrichtlich genutzten Rechnernetze an das Internet angeschlossen. Unter dem Sponsoring der DEUTSCHEN TELEKOM AG werden alle Schulen Deutschlands mit einem kostenlosen Internetzugang auf Basis eines ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellten ISDN-Anschlusses ausgestattet, sodass zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden kann, dass jede Schule, die ernstlich an einem Internetanschluss ihres unterrichtlich genutzten Rechnernetzes interessiert ist, auch über einen solchen verfügt.4

Die Situation in den Verwaltungen sieht anders aus: Bis vor kurzem war ein Internetanschluss in einer Schulverwaltung noch ein Novum. Dies ist neben der Tatsache, dass Schulverwaltungen verständlicherweise vom Sponsoring durch SaN ausgeschlossen sind,5 auch durch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der vorgehaltenen Verwaltungsdaten erklärlich: Durch einen ungesicherten Zugang der Verwaltungsrechner zum öffentlichen Internet besteht potenziell ein weltweiter, anonymer Zugriff auf die sensiblen Personendaten. Geändert hat sich diese Situation im Bundesland Rheinland-Pfalz durch das Projekt ELEKTRONISCHE POST FÜR SCHULLEITUNGEN (EPoS) des MINISTERIUMs FÜR BILDUNG, WISSENSCHAFT UND WEITERBILDUNG (MBWW). Mit einem Schlag sollen alle Schulverwaltungen Zugang zu einem gemeinsamen Netz erhalten. Der Zugang zu diesem Netz basiert auf einem normalen Internetanschluss, der unter Verwendung von besonderen zusätzlichen Schutz versprechenden Maßnahmen abgesichert wird. Prinzipiell sollen alle Schulen, deren übergeordnete Behörden (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen (ADD), Ministerien etc.) sowie Vertreter verschiedener Institutionen (LANDESMEDIENZENTRUM (LMZ) u.a.) an diesem Netz teilnehmen. Zurzeit (Oktober 2000) sind ca. zwei Drittel der Rheinland-Pfälzischen Schulverwaltungen an dieses Netz (und damit an das Internet) angeschlossen.

Somit sind in den Schulen zwei Netze vorhanden, die jeweils (zumindest zeitweise) über eine Verbindung zum Internet verfügen, also extern verknüpft sind. Aus verschiedenen Gründen, die im weiteren Verlauf ausführlich diskutiert werden, sind diese Netze derzeit meist intern getrennt. Die Abbildung 1 verdeutlicht diesen Sachverhalt.

  
Abbildung 1: Struktur des Schulnetzes
\begin{figure}
\center\epsfig {file=schule_getrennt.eps, clip=}\end{figure}

Ziel dieser Ausführungen ist es aufzuzeigen, unter welchen Randbedingungen ein Zusammenschluss der beiden Netze sinnvoll sein kann und welche positiven Effekte sich dadurch erzielen lassen. Sofern es sich beim Zusammenschluss lediglich um ein physikalisches Zusammenstecken zweier Netze handelt, bringt dies sicherlich kaum Vorteile, sondern vielmehr eine Reihe von Problemen mit sich. Vielmehr muss es um die Ausnutzung der durch eine Verbindung der Netze entstehenden Konglomerations- und Synergieeffekte gehen. Im Idealfall ergeben die zwei sich gegenseitig beeinflussenden Teile administratives und pädagogisches Netz zusammen ein Ganzes, dessen Eigenschaften und Verhalten wesentlich von beiden Teil-Systemen abhängen. In Anlehnung an die Terminologie der Physik, in der man in einem solchen Fall von gekoppelten Systemen (z.B. gekoppelten Pendeln) spricht, möchte ich den Begriff der Kopplung von Rechnernetzen gebrauchen. Er beinhaltet -- neben einem Zusammenschluss -- eben die möglichst vollständige Ausnutzung der sich für die einzelnen Netze ergebenden Vorteile. Diese Vorteile werden genauer untersucht.



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Daniel Jonietz