,,Wenn jedoch auf Arbeitsplatzrechnern oder Servern vertrauliche oder besonders schutzwürdige Daten lokal gespeichert werden, so sind diese durch Verschlüsselung mit einem kryptographischen Verfahren anerkannter Leistungsfähigkeit gegen die Verletzung der Vertraulichkeit oder Integrität zu sichern. ... Bei der Ablage verschlüsselter Dokumente ist außerdem sicherzustellen, dass bei Verhinderung des Dokumenten- bzw. Schlüsselinhabers andere autorisierte Personen Zugriff auf den Inhalt dieser Dokumente erlangen können.``301Mit Hilfe verschlüsselter Dateisysteme kann selbst bei physikalischem Diebstahl des Datenträgers noch von Datenschutz gesprochen werden: Die verschlüsselten Daten sind wertlos, solange das Passwort nicht bekannt wird. Verschlüsselungssoftware sollte unbedingt beim Einsatz von Notebooks Verwendung finden.302
Sämtliche Verwaltungsdaten werden zentral auf dem Verwaltungsserver innerhalb eines verschlüsselten Dateisystems vorgehalten. Es handelt sich um ein crypted-loop-device, das mit einem Passwort gesichert ist. Das zugehörige Passwort ist nirgendwo gespeichert, weder im Klartext noch verschlüsselt, sondern wird als Schlüssel verwendet. Leider muss zur Verwendung der Kernel angepasst und neu kompiliert werden. Bei der verwendeten Linux-Version des CRYPTED-FILE-SYSTEMS (CFS) besteht noch die Auswahl zwischen verschiedenen Kryptoverfahren. Die Installation wird im Anhang B beschrieben.
Beim Einhängen des CFS in das Dateisystem des Servers wird der Schlüssel abgefragt und kommentarlos das CFS damit entschlüsselt -- unabhängig davon, ob der Schlüssel der richtige oder ein falscher war. Wurde der richtige Schlüssel angegeben, kann auf die Daten vollkommen transparent zugegriffen werden; war der Schlüssel falsch, so gibt es nur ,,Datenmüll`` zu sehen. Anders als bei vielen anderen Systemen sind auch nicht nur die Dateien verschlüsselt und die Datenstruktur zu erkennen, vielmehr ist das gesamte Dateisystem verschlüsselt.
Ein Angreifer kann den Schlüssel nur durch brute-force-Attacken finden, sofern das Kryptosystem nicht schwach ist und zusätzliche Informationen preisgibt.303
Das CFS sieht, wenn es nicht eingehängt ist, wie eine normale, große Binärdatei aus und erweckt bei Verwendung eines unscheinbaren Namens keinen Verdacht.
Die Handhabung kann dann ganz flexibel erfolgen. Es ist denkbar, morgens bei der ersten Benutzung nach dem Schlüssel zu fragen und das CFS einzuhängen. Nachmittags, wenn kein Zugriff auf die Daten mehr erforderlich ist, kann das CFS automatisiert wieder auszugehangen und damit für Nutzer ohne Schlüssel unbrauchbar gemacht werden. Alternativ ist ein automatisches Aushängen eine gewisse Zeit nach dem letzten Zugriff möglich.
Es gibt neben Geschwindigkeitseinbußen durch den Verschlüsselungsvorgang zwei Hauptnachteile, die aber m.E. durch die transparente Verschlüsselung wettgemacht werden und kurz andiskutiert werden sollen: