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Grundlegendes und Vorteile einer Kopplung

Heute ist der Anschlussbedarf eines schulischen pädagogischen Rechnernetzes an das Internet fraglos. Neu ist der zunehmende Anschluss öffentlicher Verwaltungen, so auch der Schulverwaltungen, an das Internet. In Rheinland-Pfalz sollen im Projekt EPoS alle Schulverwaltungen über das öffentliche Internet an ein gemeinsames Netz angeschlossen werden, um, so STAATSMINISTER ZÖLLNER313, das Zeitalter der Kommunikation per Brieftaube zu beenden. Neben einer erhöhten Kommunikationsgeschwindigkeit und der vereinfachten Abwicklung des -- größtenteils sicherheitsunkritischen -- Kommunikationsbedarfs ist die Ersparnis von Kosten ein zentraler Aspekt. Jedwede Verwaltung beschäftigt sich aber auch mit sicherheitssensitiven Daten, die beim Transport durch unsichere, öffentliche Netze geschützt werden müssen.

Es ist allerdings an dieser Stelle festzuhalten,314 dass der häufig gewonnene Eindruck ,,überall lauern die Schufte`` zu relativieren ist; nicht alle theoretisch erdenkbaren Bedrohungsszenarien werden in der Realität praktisch.

In einer zeitgemäß ausgestatteten Schule sind somit zwei Netze vorhanden, die jeweils über einen Anschluss an das Internet verfügen sollten. Damit sind die zwei Netze in der Schule in ein größeres Netz, das Internet, eingebettet und also folglich extern verknüpft. Es stellt sich die Frage, warum diese Netze nicht schon intern innerhalb der Schule verknüpft werden, um dann über einen gemeinsamen Zugang Anschluss an das Internet zu erhalten.

Dem stehen existierende Forderungen315 nach konsequenter physikalischer Trennung von administrativen und pädagogischen Rechnernetzen innerhalb der Schule entgegen, die auf der verständlichen Forderung nach Einhaltung von datenschutzrechtlichen Sicherheitsaspekten beruhen. Dabei wird jedoch Sicherheit zwischen den Netzen auf eine physikalische Trennung und auf Zugangskontrolle zurückgeführt. Diese Forderungen berücksichtigen allerdings nicht die schulische Realität, die sich hinsichtlich der Nutzung der Rechnernetze auch durch eine Durchmischung der Aufgabenbereiche der mit diesen Netzen arbeitenden Personen auszeichnet.

Die zwei hauptsächlich betroffenen Personengruppen sind die Schulleiter, die neben ihren Schulverwaltungsaufgaben an ihrem Arbeitsplatz durchaus auch ihren pädagogischen Tätigkeiten nachkommen, und die Lehrer, an die zumindest teilweise spezielle Aufgaben der Schulverwaltung delegiert werden. Es läßt sich zusammenfassend festhalten, dass diese Personenkreise wechselweise Zugriff auf die beiden Netze brauchen: Der Schulleiter auch auf das pädagogische Netz, und Lehrer auch auf Teile des administrativen Netzes.

Auch an andere Personengruppen, wie die Schulsekretärinnen, die normalerweise nur Zugriff auf die Verwaltungsdaten des administrativen Netzes benötigen, lassen sich sinnvoll Aufgaben des pädagogischen Netzes delegieren. Dabei sind insbesondere solche Aufgaben zu berücksichtigen, die nicht Aufgabe eines Lehrers sein können, sich aber kanonischerweise Sekretariatsaufgaben zuordnen lassen.

Der Kommunikationsbedarf zwischen den drei Netzbereichen administratives Netz, pädagogisches Netz und Internet läßt sich konkret fassen, wobei allerdings nicht vergessen werden darf, dass 'Kommunikation` stets einem zeitlichen Wandel unterworfen sein wird. Nicht unterschätzt werden darf auch der innerschulische Kommunikationsbedarf, dem eine jegliche Trennung sehr hinderlich entgegen steht.

Ein Zusammenschluss der administrativen und pädagogischen Rechnernetze erlaubt die Ausnützung von positiven Konglomerationseffekten, die sich im Wesentlichen durch gemeinsame Nutzung von Ressourcen, aber auch eine einheitliche, harmonische Nutzung von Kommunikationsdiensten im Intranet / Internet auszeichnen. Diese Effekte kommen allen an Schule beteiligen Nutzungsgruppen zu Gute, dem Administrator, dessen Arbeit sich durch ein großes Netz im Vergleich zu mehreren kleinen wesentlich erleichtern läßt; Lehrern auch durch die einfachere Kommunikation per eMail mit einheitlichen Adressen und dem Zugriff auf beide Netze, je nach ihren Aufgaben und Tätigkeitsfeldern; sowie Schülern beispielsweise insofern, als dass sie die Arbeitsweise im Intranet zur Nutzung von Informationsangeboten (Vertretungsplänen etc.) erlernen und begreifen lernen können.

Neben Konglomerationseffekten durch den Zusammenschluss erbringt die darüberhinausgehende Kopplung Effekte synergetischer Natur, die in erster Linie dem Administrator des Schulnetzes zu Vorteilen und Arbeitserleichterung verhelfen. Sie führen weitgehend dazu, dass er sich den wesentlichen Aufgaben widmen kann, und alles Automatisierbare so weit als möglich ohne sein Zutun abläuft. Eine Aufgabe, die -- wenn ernstgenommen -- sehr zeitaufwändig ist, ist die Verwaltung der Systembenutzer. Zum Schuljahresbeginn müssen klassenweise neue Schüler-Accounts eingerichtet und die Gruppenzugehörigkeiten der anderen Schüler angepaßt werden (Klassenstufe ändert sich bei Versetzung, ...). Üblicherweise geschieht dies manuell, obwohl die dazu nötigen Daten im administrativen Netz in aktueller, elektronischer Form vorliegen. Schüler-Accountverwaltung läßt sich gerade in vernetzten Umgebungen hervorragend automatisieren.

Diese Vorteile lassen einzig den Schluss zu, dass ein das administrative und das pädagogisches Rechnernetze vereinendes Schulnetz geschaffen und in alle Bereiche der Schule konsequent ausgeweitet werden sollte.

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Daniel Jonietz