Projektarbeit
eingereicht von Daniel Jonietz[+]
AG Rechnernetze
FB Informatik
Universität Kaiserslautern
Betreuer:
Prof. Dr. Reinhard Gotzhein
StD Dr. Klaus Becker
Windows
Ein Fenster in den Wolken.
Putzige Butzen.
Hübsch bunt, und alle leuchtend.
Dem Wolkenfenster fehlt allerdings ein dazugehöriges Haus.
Dahinter liegt kein Zimmer, und davor gibt es keine Strasse.
Es ist ohne jede Tiefe.
Außerdem ist dieses herrenlose Fenster ein wenig verzogen.
Genau betrachtet löst es sich sogar auf.
Ein Schweif aus bröckelnden Wolkenfensterteilen ist schon zu sehen.
Vielleicht ist das segelnde Fenster in einen Wolkensturm geraten, dem
es nicht gewachsen war.
Vielleicht wird es in dieser blauen Woge untergehen, die unter ihm
schwappt.
Und doch: Dieses fahrige Fenster geht nicht unter, es wird nie untergehen.
Denn es ist eingefroren in seinem Sturz, seit Jahren schon.
Und wir schauen ihm dabei zu.
Täglich protokollieren wir diesen statischen Sturz, wenn wir unsere
Computer einschalten.
Doch er zeigt sich immer nur in den Sekundenbruchteilen, in denen eine
Ewigkeit liegen kann.
Bernd Graff, SZ 260 vom 10.11.1999, S. 17